Seniorenheim Käthe Kollwitz in Lobeda-Ost feiert 30. Geburtstag

  • 30 Jahre Pflegeheim Käthe Kollwitz in Lobeda. Sie schauen in die Chronik: Johanna Blumentritt, verwaltungsleiterin Marion Förste und Erika Weigler (von links). Foto: Lutz Prager 30 Jahre Pflegeheim Käthe Kollwitz in Lobeda. Sie schauen in die Chronik: Johanna Blumentritt, verwaltungsleiterin Marion Förste und Erika Weigler (von links). Foto: Lutz Prager
Sein 30-jähriges Bestehen feierte in dieser Woche das Wohn- und Seniorenzentrum "Käthe Kollwitz" in Lobeda-Ost.
Jena. Die meisten Bewohner in der Schlegelstraße 1 sind fast dreimal so alt wie ihr Zuhause. Als das damals modernste und mit 405 Plätzen größte Altenheim der Stadt Jena 1980 eingeweiht wurde, standen die heutigen Senioren noch mitten im Berufsleben. 13 Millionen DDR-Mark hatte der Bau gekostet. Für einen Heimplatz verlangte der Staat 105 DDR-Mark für einen Pflegeplatz 25 Mark mehr.

Das ist Geschichte. 1990 begann auch für das städtische Pflegeheim eine neue Zeitrechnung. 1991 beschloss der Stadtrat die Gründung einer gemeinnützigen GmbH. Marianne Scholz, heute Ortsteilbürgermeisterin in Wöllnitz, und Joseph Böhm waren die ersten Geschäftsführer.

"So modern das Heim zu DDR-Zeiten auch gewesen sein mag, den neuen westdeutschen Mindeststandards entsprach es nicht", erinnert sich Verwaltungsleiterin Anita Deile, die zwischen 1978 und 1980 zum Aufbaustab des Heimes gehörte. Zwischen 1993 und 1997 wurde deshalb bei laufendem Betrieb umgebaut. Größere Zimmer, separate Duschen und Toiletten, Balkone und Wintergärten entstanden. Die Heimplätze wurden dadurch von 405 auf 275 vollstationäre Pflegeplätze verringert. Tages- und Kurzzeitpflege kamen neu hinzu.

In den vergangenen zehn Jahren wurde besonders an der Qualität der Angebote gearbeitet. "Dem steigenden Anteil an Demenzpatienten gilt heute unser Hauptaugenmerk", sagt Leiterin Marion Förste. Betrug das Alter bei Aufnahme in den DDR-Jahren im Durchschnitt 67 Jahre, so erfolgt der Wechsel aus der eigenen Wohnung ins Heim heute erst mit durchschnittlich 81 Jahren.

Die älteste Bewohnerin im Heim ist 101 Jahre alt. 68 Bewohner sind Männer, 211 Frauen. Eine Seniorin lebt sogar schon seit der Eröffnung der Einrichtung im Jahr 1980 im Kollwitz-Heim.

Seit Januar 2007 ist nicht mehr die Stadt 100-prozentige Gesellschafterin, sondern die DO Diakonie Ostthüringen. Unter diesem neuen Dach arbeiten heute 163 Beschäftigte in der Schlegelstraße 1. Dazu kommen acht Mitarbeiter, die sich zusätzlich zum eigentlichen Pflegegeschäft um die Senioren kümmern. Als "Bewahranstalt" versteht sich das Seniorenzentrum nicht. "Kulturelle Veranstaltungen, sogar Reisen an die Ostsee für Bewohner, die dazu noch in der Lage sind, bieten wir an", sagt Marion Förste.

Lobedas Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt bedankte sich am Donnerstag bei einer Feierstunde im Auftrag der Stadt für die ausgezeichnete Arbeit aller Mitarbeiter.


Lutz Prager / 25.09.10 / OTZ
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